Schweinehund, mein Freund…
Schweinehund war damals einer meiner treuesten Begleiter. Ein wenig diabolisch war sein Lachen, wenn er Pflichten gegenüberstand. Die stete Konfrontation mit dem Pflichtgefühl lehnte er ab, getreu dem Motto: „Ich habe besseres zu tun.“ Schweinehund, er war wenig weise, war mir immer ein guter Partner in vielen Lebenslagen – bis ich die Frauenwelt entdeckte. Der Spagat zwischen Schweinehund und Rosa Möschen zwang mich eine Entscheidung zu treffen.
Schweinehund: „Du kannst mich doch nicht einfach hängen lassen, man! Schau, was für ein ruhiges und uninteressantes Leben wir beide führen!“
Doch ich widersetzte mich Schweinehunds Mitleidsgefasel und ging nun eine feste Bindung mit Rosa Möschen ein. Der Wandel meines Lebensstils – von Spießer zu Spieler – forderte auch weitere Tribute. Ich begann, indem ich mir das erste Mal wichtige Pflichten auferlegt habe, Schweinehund und unsere gemeinsame vergangen Tage hinter mich zu lassen. Rosa Möschen war stets begeistert, wenn ich ihr von meinem neuem Beruf, den letzten Abenteuern und meinem Sinn für Leidenschaft erzählte.
Fünf Jahre vergingen, ehe ich wieder etwas von Schweinehund hörte. In der Zeit widmete ich mich intensiv Rosa Möschen – mal ging’s aufwärts, mal abwärts, aber immer voran. Er meldete sich unverhofft zurück. Nein, es ähnelte keinem Hollywood-Film, in dem der Verlassene eines nachts klitschnass an der Türschwelle steht, und sein ehemaliger Freund ihm, verwundert und erstaunt, die Tür öffnet. Er kam langsam. Er kam still.
Schweinehund war vergnügt zuzusehen, wie ich mich gehen ließ, und vom frühen Maimorgen bis zum lauwarmen Abend, meine Zeit mit ihm verbrachte. Drei Tage und zwei Nächte lang ließ ich mich von meinem damaligen Weggefährten ablenken. Und Rosa Möschen, die hatte ich ausgeblendet wie einen Filmabspann.
Wie ich Schweinehund los wurde? Ist es nicht besser zu Fragen, ob ich ihn überhaupt los wurde?
Nun, als ich mit Schweinehund den dritten Tag in Folge verbrachte, blickte ich, in einem muffigen Zimmer isoliert, durch die zugezogenen Gardinen auf die Straße. Zwei prachtvolle junge Frauen, mit grapefruite-großen Hubbies, die in engen weißen Tops verpackt waren, erinnerten mich an meine Zeit, in denen ich diese Prachtweiber dazu bewogen hätte, mir ihren Rosa Möschen-Verein vorzustellen. Es war ein Blitzschlag! Plötzlich sah ich Schweinehund, wie er sein diabolisches und fauliges Gelächter aufsetzte.
Ich habe ihn umgebracht – und begraben.
Ich schwor mir an jenem Tage, nie wieder zuzulassen Rosa Möschen gehen zu lassen.
Nein weder Rosa Möschen, noch Pflicht und Fleiß!





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